Freitag
Am Freitagnachmittag war Treffpunkt im Ortsverband (OV) in Stuttgart. Gegen 15:00 Uhr erfolgte die Abfahrt in zwei Trupps mit Gerätekraftwagen (GKW) und Mannschaftstransportwagen (MTW) nach Ellwangen. Nach Ankunft und Einrichten der Unterkunft gab es eine kurze Lagebesprechung und anschließend gleich die erste Übung, an der auch Helferinnen und Helfer des OV Ellwangen teilnahmen. Das Einsatzszenario: Nach einem Hochwasser war ein Krankenhaus von allen Zufahrtswegen abgeschnitten. Patienten sollten evakuiert und über eine Wiese zur Einsatzstelle gebracht werden. Von dort war der Abtransport geplant, doch ein tiefer Graben blockierte den weiteren Weg. Zur Überwindung dieses Grabens sollte daher mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems (EGS) ein Steg gebaut werden, der mit Krankenhausbetten befahrbar sein sollte. Nach Sondierung geeigneter Aufbauplätze und möglicher Konstruktionen wurde entschieden, eine Abwandlung des Mehrzweckstegs sowie eine Arbeitsplattform durch die Helfenden aufbauen zu lassen. Die Konstruktionen wurden nach Fertigstellung durch einen Baufachberater geprüft und abgenommen. Anschließend erfolgte der Rückbau des Stegs. Nach getaner Arbeit wurden die Beteiligten des OV Stuttgart und des DLRG vom OV Ellwangen zum gemeinsamen Abendessen und einer Führung durch den OV eingeladen.
Samstag
Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und der Fahrt zurück aufs Übungsgelände. Auf der Geländefahrstrecke wurden zuerst das Fahren und das Einweisen sowie der Radwechsel am GKW im Feld geübt. Im Haupteinsatzszenario nachmittags mussten zwei vermisste Personen in einem beschädigten Gebäude gesucht und gerettet werden. Der einzige Zugang zum Gebäude führte über den Keller, der jedoch durch eine Stahlbetonplatte versperrt war. Nach Lageerkundung wurde mit einem Kernbohrgerät ein Zugang geschaffen. Während der Rettung entwickelte sich das Szenario dynamisch: Ein simuliertes Gasleck erforderte die Rettung einer Einsatzkraft. Die zweite vermisste Person wurde im Obergeschoss vermutet; dort wurde ein Stromunfall simuliert. Mittels Leiterhebel und Schleifkorb konnte aber auch die zweite Person mit Beteiligung der DLRG aus dem Obergeschoss gerettet werden. Alle Helfer und Führungskräfte trainierten dabei Lagebeurteilung, Gefahrenbewusstsein und das koordinierte Reagieren auf unvorhergesehene Ereignisse. Am Abend wurde gemeinsam in der Unterkunft gekocht und der Abend klang in gemütlicher Runde aus.
Sonntag
Mitten in der Nacht um 03:30 Uhr erfolgte die Alarmierung zu einer weiteren Übung: Ein Fahrzeug war in schwer zugänglichem Gelände verunglückt und in das über 3 m tiefe Ablaufbecken der Panzerwaschanlage gestürzt. Nach Anfahrt der Einsatzkräfte von THW und DLRG übernahmen Beamte der Polizei Ellwangen die Lageeinweisung. Sichtkontakt zur Unglücksstelle wurde hergestellt, Helfer stiegen über Leitern ins Becken ab und betreuten die verletzten Personen. Die Einsatzstelle wurde mit Powermoon und LED‑Strahlern ausgeleuchtet. Zur Rettung bauten die Helfer eine „schiefe Ebene“ aus Steckleiterteilen auf. Die beiden Verletzten wurden mit dem hydraulischen Rettungssatz (Schere/Spreizer) aus dem Fahrzeug befreit, nacheinander mit dem Schleifkorb über die schiefe Ebene aus dem Gefahrenbereich gebracht und von den DLRG-Einsatzkräften weiterversorgt. Nach Ende der Übung und Rückbau des eingesetzten Materials folgte die Nachbesprechung und ein gemeinsames Frühstück. Zum Abschluss des Trainingswochenendes gab es eine weitere Übungseinheit zur Bedienung des hydraulischen Rettungssatzes am Fahrzeug aus der Nachtübung. Danach erfolgte die Rückfahrt in den OV Stuttgart, wo Fahrzeuge und Material gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht wurden.
Fazit des Trainingswochenendes: Die Helferinnen und Helfer waren begeistert von den vielfältigen Übungsmöglichkeiten und den Szenarien, die ihnen geboten wurden. Es wurden die Teamarbeit, Technikkompetenz und die Fähigkeit, flexibel auf dynamische Lagen zu reagieren, gestärkt und jede/r gewann wichtige Erfahrungen für kommende Einsätze.